Franziskanerinnen verlassen Hoyerswerda


von Tageblatt-Redaktion

Schwester Magdalena und Schwester Manfreda werden von Klinikum-Geschäftsführer Andreas Grahlemann verabschiedet
Schwester Magdalena und Schwester Manfreda werden von Klinikum-Geschäftsführer Andreas Grahlemann verabschiedet

Aus voller Kehle und vor allem aus vollem Herzen sangen gestern gut 50 Leute im Seenland-Klinikum Hoyerswerda „Happy Birthday“. Es war ein Ständchen für die katholische Krankenhaus-Seelsorgerin Schwester Magdalena, die gestern 65 Jahre alt wurde. Die Franziskanerin geht nun offiziell in den Ruhestand. Und weil Schwester Manfreda, die Gründerin des katholischen Kinderhauses „St. Elisabeth“ im WK IV, bereits Ruheständlerin ist, schließt das Franziskanerinnen-Kloster in Reute nun auch seine Hoyerswerdaer Filiale.

„Die Schwestern gehörten bisher einfach zum Leben in der Stadt dazu“, meint Oberbürgermeister Stefan Skora (CDU), der Manfreda und Magdalena für Sonntag zum Eintrag ins Goldene Buch der Stadt ins Rathaus eingeladen hat. Im Oktober werden es 20 Jahre, dass zunächst vier Schwestern in die Stadt kamen.

Die Besetzung der Außenstelle wechselte immer mal, aber Magdalena und Manfreda waren damals schon dabei. Man erinnert sich aber vermutlich auch an die Schwestern Rebecca, Hildegard, Gisela und Petra. Vom Thomas-Morus-Haus in Kühnicht folgten die Frauen dem Leitspruch ihres Ordensgründers Franz von Assisi, den Schwester Magdalena gestern zitierte: „Ihr seid ein Geschenk für die anderen.“ Pfarrer Peter Paul Gregor erinnert daran, dass den Franziskanerinnen („Fremde, aus dem Westen, katholisch“) zu Anfang nicht nur Freude entgegenschlug: „Aber Sie sind zur Instanz geworden und Sie haben Autorität.“

Wie auch andere macht der evangelische Pfarrer Friedhart Vogel auf die augenfällig ewige Freundlichkeit der Schwestern aufmerksam: „Wer Ihnen begegnen durfte, dem wurde immer froh ums Herz.“ Magdalena und Manfreda werden im Herbst nach Schwäbisch-Hall umziehen. „Wir müssen nun wohl wieder Schwäbisch lernen“, scherzte die gestrige Jubilarin, nickte aber ganz heftig, als Klinikums-Chef Andreas Grahlemann anmerkte, dass dort, wo man zwei Jahrzehnte gewirkt hat, immer auch Heimat sein werde.

„Ich hätte es gern vermieden, Abschied zu nehmen“, bemerkte gestern der Oberbürgermeister. Doch immerhin war die meiste Zeit des Wirkens der Franziskanerinnen ohnehin eine Verlängerung. Ursprünglich hatten sie nämlich nur bis 1996 bleiben sollen. Das Klinikum hat sich inzwischen um Ersatz für Schwester Magdalena gekümmert. Neuer katholischer Seelsorger dort ist ab morgen Diakon Bernhard Matko.
Ein Abschiedsgespräch mit den Franziskanerinnen gibt es am 20.9. um 19 Uhr im Schloss.

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