Feuerwehr-Großeinsatz nach Chemieunfall im Lausitzbad

Freitag, 26. November 2010

In speziellen Chemiekalien-Schutzanzügen konnten die Feuerwehrleute gestern das Chlor-Problem am lausitzbad lösen.
In speziellen Chemiekalien-Schutzanzügen konnten die Feuerwehrleute gestern das Chlor-Problem am lausitzbad lösen.

Vom Mittag bis zum Geschäftsschluss war das Hoyerswerdaer Lausitzbad gestern nach einem Chemie-Unfall gesperrt. Im Keller unterhalb des Schwimmbereiches war gegen 11.30 Uhr ein Behälter mit einer Chlorverbindung kaputt gegangen. Die Chemikalie wird laut Bad-Chef Volkhard Buchheim in geringen Dosen zur Legionellen-Bekämpfung ins Duschwasser gemischt. Sie gilt in Reinform aber als giftig sowie brandfördernd.

 Ein langjähriger Mitarbeiter des Lausitzbades, der den Stoff im Keller umfüllen wollte, wurde vorsorglich zur Untersuchung ins Seenland-Klinikum gebracht. Die Badegäste, überwiegend Schüler aus Bautzen, wurden sicherheitshalber in den Saunabereich evakuiert. Dort mussten sie dann über Stunden ausharren, weil die Bad-Umkleiden sich im gestern gesperrten Bereich des Bades befinden. Die Polizei sperrte die Zufahrt zum Bad aus Richtung Südstraße und wies an einem Bad- oder Saunabesuch interessierte Autofahrer höflich, aber bestimmt ab.

Währenddessen rückte rund ein Dutzend Feuerwehrautos aus Hoyerswerda, Wittichenau und Lauta an. Bestimmende Farbe an der Wendeschleife und auf der Straße zum Festplatz war Rot. Etwa 60 Feuerwehrleute waren schließlich an den stundenlangen Sicherungsarbeiten beteiligt, so Hoyerswerdas Feuerwehrchef Dieter Kowark: „So ein Einsatz ist personalintensiv.“ Gearbeitet wurde nämlich mit Hilfe von Chemie-Schutzanzügen und Atemschutz-Technik. Zudem musste vor dem Bad ein Dekontaminationszelt aufgebaut werden. Wie Kowark sagte, wurde zunächst die ausgelaufene Flüssigkeit mit Hilfe eines Chemiekalienbinders gesichert.

Außerdem mussten Chemie-Behälter geborgen werden, die mit dem Stoff in Berührung gekommen waren. Weil Feuerwehrleute bei solchen Einsätzen aber maximal 20 Minuten am Stück arbeiten dürfen, wurden die „Reinigungstrupps“ mehrfach gewechselt. Ein Spezialkommando, das ebenfalls Schutzanzüge trug, war dazu abgestellt, wiederum die aus dem Einsatz kommenden Kollegen zu säubern. Zur Sicherheit der Einsatzkräfte wartete zudem ein Krankenwagen vor dem Lausitzbad. Wie dessen Chef Volkhard Buchheim gestern sagte, werde der Zwischenfall nun natürlich sorgfältig ausgewertet. Er fügte außerdem an, insgesamt seien die betroffenen Gäste seiner Kenntnis nach gestern überaus verständnisvoll gewesen.

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