Eine logistische Meisterleistung


von Tageblatt-Redaktion

Reiner Kummich arbeitet heute letztmals beim Medienvertriebe, aber vielleicht trägt er künftig die Sächsische Zeitung aus.
Reiner Kummich arbeitet heute letztmals beim Medienvertriebe, aber vielleicht trägt er künftig die Sächsische Zeitung aus.

Ein wenig Wehmut wird bei Reiner Kummich sicher mitschwingen, wenn er sich heute auf den Weg zur Arbeit macht. Denn heute endet für den Medienvertriebsmitarbeiter das Berufsleben. Der 62-jährige Reiner Kummich geht in den Ruhestand.

„Wie ich den gestalten werde, weiß ich aber schon“, erklärt der gebürtige Zschopauer. Er habe nun mehr Zeit, sich um sein Haus zu kümmern, er werde sich intensiver mit seinem Klub, dem Lautaer „Verein für Deutsche Schäferhunde“ beschäftigen und das Oldtimer-Motorrad „will ich komplett auseinanderbauen“. Kummich hat eine Menge Pläne für seinen neuen Lebensabschnitt. Die Zeit beim Medienvertrieb Hoyerswerda sei fast wie im Fluge vergangen, beschreibt Kummich die zurückliegenden 17 Jahre. In dieser Zeit war er dafür verantwortlich, dass die Zusteller die Tageszeitungen pünktlich bei den Abonnenten auslieferten, so auch die Sächsische Zeitung samt Tageblatt.

„Wir haben jeden Tag eine logistische Meisterleistung erbracht“, ist er stolz darauf, dass die rund 100 Zusteller in Hoyerswerda und im Altkreis der Stadt „ihre Arbeit so gut gemacht haben“. Besonders im Winter seien die Zusteller gefordert. „Bei bitterer Kälte und zugeschneiten Straßen, die Zeitung bis sechs Uhr im Briefkasten abzugeben“, das sei in einigen Zustellbereichen mitunter eine „stressige Angelegenheit“.

Reiner Kummich weiß, wovon er spricht, denn er ist in den zurückliegenden Jahren gelegentlich für erkrankte Zusteller eingesprungen. „War für mich nie ein Problem“, erzählt er. Weil man meist auf die Schnelle keinen Ersatz bekommen habe. Dass es hier und da auch mal Probleme gibt, liegt fast in der Natur der Sache. Vor der Tätigkeit beim Medienvertrieb hatte Kummich, der 1975 nach Hoyerswerda zog, im Kraftwerk Schwarze Pumpe als Schlosser gearbeitet.

Als er 1995 die Stellenausschreibung in der Zeitung las, bewarb er sich für diese Tätigkeit, obwohl „ich gar nicht wusste, was man in diesem Job zu tun hat“. Er habe alles auf sich zukommen lassen, und erkannte relativ schnell, dass man im Zustellservice nicht nur sehr zeitig aufstehen muss, was für ihn ohnedies nie ein Problem war, weil „ich immer um vier Uhr aufstehe“. Man muss in diesem Berufszweig auch sehr flexibel und schnell sein. Etwa, wenn der Wagen, der die Zeitungen zu den Zustellern bringt, eine Panne hat. In solchen Fällen „muss man sofort eine Lösung haben“.

Sein Nachfolger beim Medienvertrieb ist nun René Thamm. Der dürfte froh sein, wenn Kummich seine Ankündigung wahr macht. Denn untätig will Ruheständler Kummich nicht sein. „Ich kann mir vorstellen, dass ich Zeitungen austrage“, meint er. Toll wäre es, wenn „ich das in der Altstadt tun könnte“, so der 62-Jährige. In diesem Falle sei er nach der Zustellung schnell zu Hause. Ausschlafen, so scheint es, ist ihm wirklich nicht wichtig.

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