Eine Stunde Blitzeis

Freitag, 04. Februar 2011

Zwischen 9 und 10 Uhr war es gestern in Hoyerswerda und Umgebung spiegelglatt.
Zwischen 9 und 10 Uhr war es gestern in Hoyerswerda und Umgebung spiegelglatt.

Die Schulkinder waren noch heil zum Unterricht gekommen. Doch dann ging es los. Der einsetzende leichte Regen traf bei 1 Grad Celsius Lufttemperatur auf den gefrorenen Boden, bildete dort sofort Eis. Das Blitzeis wurde so heftig, dass die Verkehrsgesellschaft Schwarze Elster vorübergehend den Betrieb einstellte. Alle Fahrer wurden kurz nach 9 Uhr per Funk angewiesen, an einer passenden Stelle rechts ran zu fahren und stehenzubleiben.

Um 10.15 Uhr, so sagte VSE-Geschäftsführer Rainer Warkus, rollten die Busse wieder. Eine halbe Stunde später war man im Fahrplantakt. Keiner der Busse kam zu Schaden. Die Polizei hatte in der Stunde schon genug zu tun. Über sechzig Verkehrsunfälle ereigneten sich in den Morgenstunden in Ostsachsen - doppelt so viele wie sonst. Uwe Horbaschk, Sprecher der Polizeidirektion Oberlausitz-Niederschlesien, sah den Schwerpunkt in und um Bautzen.

 Im Revierbereich Hoyerswerda registrierte man sieben Unfälle – alle nur Blechschäden. Bei Riegel überschlug sich ein Fiat (15 000 Euro Schaden). Ansonsten krachte es zwischen 9 und 10 Uhr im Stadtgebiet Hoyerswerda. In drei Fällen kollidierten Autos miteinander. In der Dresdener Straße fuhr ein Pkw gegen einen Baum, in der Straße am Lessinghaus und in der Frentzelstraße rutschten Pkw gegen Verkehrsschilder. Das Kopfsteinpflaster war am tückischsten.

Die Fahrzeuge des Rettungsdienstes waren gerade in dieser Zeit sehr gefragt. Allein in und um Hoyerswerda rückten die Helfer zehn Mal aus und fuhren dabei entsprechend vorsichtig, wie das Landratsamt Bautzen mitteilte. Ebenso viele Patienten mit Sturzverletzungen kamen laut Gunter Ufert, Sprecher des Seenlandklinikums, in die Notaufnahme des Krankenhauses. Sie hatten Knochenbrüche, verletzte Sprunggelenke oder Schädelprellungen. Vier Patienten wurden stationär aufgenommen.

An Tagen ohne Blitzeis kämen laut Medizinischem Direktor, Professor Thomas Sutter, nur vereinzelt Sturzopfer ins Klinikum. Dabei sind das nur die schweren Verletzungen. Gestürzt sind gestern unzählige Passanten. Die meisten trugen zwar Schmerzen, allerdings keine Blessuren davon, die behandelt werden mussten. Wer konnte, wich beim Laufen auf Wiesen aus.

Gegen das Eis half nur Salz. Der städtische Bauhof hatte ab 8 Uhr alle verfügbaren Leute zum Streuen rausgeschickt. Die Straßen waren daher auch schneller eisfrei als die Gehwege. Doch spätestens, als die ersten Schulkinder wieder nach Hause gingen, war das Schlimmste vorbei. (MK/US)

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