Ein Pokal bei fast jedem Wettkampf


von Tageblatt-Redaktion

Die schnelle Blunoer Löschangrifftruppe mit drei der in diesem Jahr gewonnenen Trophäen: (v.li.) Thomas Redlich, Wehrleiter Jens-Uwe Zink und Sebastian Lewa (es fehlen Thomas Kubicki, Michael Zippack, Karsten Thumann und Jan Thumann).
Die schnelle Blunoer Löschangrifftruppe mit drei der in diesem Jahr gewonnenen Trophäen: (v.li.) Thomas Redlich, Wehrleiter Jens-Uwe Zink und Sebastian Lewa (es fehlen Thomas Kubicki, Michael Zippack, Karsten Thumann und Jan Thumann).

Fast ein bisschen ungläubig schaut Wehrleiter Jens-Uwe Zink auf die 20 glitzernden Pokale, die auf zwei Regalen im Blunoer Feuerwehrgerätehaus aufgereiht sind. Alle diese Trophäen haben die Feuerwehrsportler aus dem Elsterheider Ortsteil in diesem Jahr eingeheimst – beinahe bei jedem Wettkampf, an dem sie sich beteiligten, sprang ein Sieg oder eine Platzierung weit oben heraus. „2012 ist bisher unser bestes Jahr“, sagt der Wehrleiter.

Irgendwann holten sich die Blunoer mal 14 Pokale – und dachten damals schon, dass dies nicht zu toppen sei. „Aber damit haben wir jetzt nicht gerechnet“, meint Jens-Uwe Zink und verweist auf die nicht zu unterschätzende Konkurrenz. Gründe für den Erfolg der siebenköpfigen Truppe (plus drei Reservemänner): „Wir haben weniger Fehler gemacht und können auf Erfahrungswerte zurückgreifen.“ 26 Jahre ist der jüngste Blunoer Feuerwehrsportler, Jens-Uwe Zink gehört mit 41 Jahren zu den ältesten. „Ich mach seit 25 Jahren Löschangriff“, sagt er. Man wachse da so hinein.

Bei vielen sind schon die Väter gelaufen, und bei seinen eigenen Kindern macht er sich keine Sorgen, dass sie anders geartet sein könnten: „Die kriechen zu jedem Feuerwehrtreffen mit!“ Regelmäßige Trainingszeiten gibt‘s bei den Blunoer Männern nicht. Fast alle Wettkämpfe finden an Sonnabenden statt; meist übt das Team am Freitag davor. Jedoch, so sagt Jens-Uwe Zink, steht ihnen nur eine alte TS zur Verfügung. „Eine neue wäre gut.“ Bessere Technik bedeutet nicht nur in der Formel 1 schnellere Zeiten. „Man muss technisch dranbleiben, auch bei Spritzen und Schläuchen, sonst kann man rennen, wie man will.“ Fürs Material greifen die Feuerwehrleute auch in die private Brieftasche – von der Gemeinde, sagen sie, haben sie nicht viel zu erwarten.

Zu 13 Wettkämpfen fuhren die Blunoer allein in diesem Jahr mehr als 1 800 Kilometer quer durchs Land. Erst Ende September kehrten sie siegreich aus Dahlen (Landkreis Nordsachen) zurück – als Sieger des fünf Läufe umfassenden Feuerwehr Cup Sachsen im Löschangriff. Dass Bluno, im Juni selbst Ausrichter des 2. Laufes, bei seiner ersten Teilnahme diesen Pokal gleich gewinnen würde, stand schon nach dem vierten Wertungslauf vorzeitig fest. Dieser Wettkampf ist praktisch sachsenweit ganz weit oben angesetzt. Vom Niveau her ist der Oberlausitzpokal (den Bluno auch gewann) genauso hoch oder auch der Vattenfall Cup – bei dem die Blunoer allerdings nicht ihren besten Tag erwischten und einfach mal 18. wurden.

Der Feuerwehr Cup Sachen geht übrigens auf eine Privatinitiative zweier Feuerwehrmänner aus dem Raum Nordsachsen zurück. Daran können alle interessierten Teams teilnehmen – wogegen beim Sachsen-Cup nur Wehren aus Kommunen mitlaufen dürfen, die im Landesfeuerwehrverband organisiert sind. Die Elsterheide gehört da nicht dazu.

„Feuerwehrsport hat Tradition“, meint Jens-Uwe Zink. „Das gehört dazu, ist Alltag. ich kanns mir nicht anders vorstellen.“ Mit 40 wollte er eigentlich aufhören. „Jetzt bin ich 41 – und im nächsten Jahr wieder dabei.“ Immerhin: Auch 2013, am 8. Juni, wird Bluno einen Lauf des Feuerwehr Cup Sachsen ausrichten. Die Familien müssen da mitziehen; Urlaub wird um die Wettkampftermine herum geplant. Ansonsten gibt‘s noch die Drohung: „Dann gehe ich eben zum Fußball, dann ist jedes Wochenende weg!“

Aber der Unterstützung von Familien und den Dorfbewohnern können sich die Blunoer Feuerwehrsportler sicher sein. Zum letzten Lauf des Feuerwehr Cups Sachsen in Dahlen wurde ein Bus gemietet („Weil das Ding eh schon gegessen war“), erzählt der Wehrleiter. Der Bus war voll – mit Fans aus dem Ort. Und wenn ein Wettkampf im Dorf selbst stattfindet, dann fiebern vom Kleinkind bis zum Senior alle mit, findet am Sportplatz praktisch eine große Party statt.

Überhaupt, die Atmosphäre bei Wettkämpfen sei etwas, das man erlebt haben muss, meint Jens-Uwe Zink. Die Teams gingen freundschaftlich miteinander um und freuten sich für den Sieger. „Wenn der Wettkampf zu Ende ist, dann heißt das nicht: ab nach Hause“, erzählt der Wehrleiter. Sondern man feiere noch zusammen.
Fotos von den Löschangriff-Ereignissen zu Gesicht zu kriegen, ist in Bluno übrigens schwierig. Hier wird alles mit der Kamera gefilmt – damit sich die Teammitglieder im Nachgang per Videoanalyse ein Bild ihrer eigenen Stärken und Schwächen – und die der Gegner machen können.

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