Der Winter lässt die meisten Zootiere kalt

Samstag, 05. Februar 2011

Zootierpflegerin Silke Kühn bereitet in der Futterküche des Tropenhauses im Hoyerswerdaer Zoo Futter für die Tiere zu.
Zootierpflegerin Silke Kühn bereitet in der Futterküche des Tropenhauses im Hoyerswerdaer Zoo Futter für die Tiere zu.

Im Winter müssen sich die im Hoyerswerdaer Zoo beschäftigten 20 Tierpfleger mitunter von einer ganz anderen Seite zeigen. Gilt es doch nicht nur, das Futter zuzubereiten, Gehege oder Stall zu säubern, vielmehr geht es in der dunklen Jahreszeit auch darum, „das ein oder andere Tier auf andere Gedanken zu bringen“, wie das Tierpflegerin Silke Kühn beschreibt.

Einige Affenarten und Papageien schätzen die Kälte nicht, halten sich kaum draußen auf, brauchen aber nach Ansicht der Tierpfleger in ihrem Alltag ein wenig Abwechslung. Da sind Silke Kühn und die anderen Tierpfleger gefordert, sich intensiver mit den Tieren zu beschäftigen als in der warmen Jahreszeit. Denn wenn es kalt und frostig wird, Schnee fällt und im Zoo Becken und Teiche zufrieren, spielt sich das Leben der meisten der rund 1 100 im Hoyerswerdaer Zoo lebenden Tiere in den gewärmten Innenbereichen der Gehege ab.

Wer hätte beispielsweise gedacht, dass die Humboldt-Pinguine in diesen Tagen gewaltig ins Schlottern kommen. Wenn sich die Temperaturen der Null-Grad-Grenze näherten, sinke, so Tierpflegerin Silke Kühn, deren Bereitschaft, in dem kalten Wasserbecken herumzuplanschen. Ziegen, Kamele, Tiger und Steinböcke würden sich hingegen jetzt richtig wohl fühlen, so Silke Kühn. Doch steigt nicht nur die Zahl der Tiere, die in den geheizten oder mit besonders viel Stroh ausgelegten Innenbereichen dem Frühling entgegenschauen. Auch die Heizkosten des Zoos klettern im Winter steil nach oben. Allein im Dezember habe man Kosten von rund 20 000 Euro gehabt, erzählt Carmen Lötsch, die kommissarische Zoo-Chefin. Im Jahr seien es etwa 180 000 Euro – nur fürs Heizen.

In vielen deutschen Zoos wird im Winter die Nahrung für die Tiere speziell mit Vitaminen und Spurenelementen angereichert, haben bestimmte Tiergattungen wie Löwen oder Tiger größeren Hunger. Im Hoyerswerdaer Zoo werde nicht mehr als in anderen Jahreszeiten an die Tiere verfüttert, so Silke Kühn. Auch sei der Appetit nicht größer als sonst. Denn die Nahrung werde immer sehr ausgewogen und vitaminhaltig zusammengesetzt, selbstverständlich gebe man auch wichtige Spurenelemente hinzu. Und was ist mit den Schildkröten? Man müsste doch annehmen, dass die eigentlich die beste Strategie für den Winter entwickelt haben: lassen sich von den Pflegern einsammeln, fallen in den Winterschlaf und wachen im Frühjahr wieder auf. Wenn man sich jedoch die im hiesigen Zoo lebenden Spornschildkröten anschaut, trifft das nicht zu. Die bewegen sich quietschvergnügt in gut gewärmten Terrarien, haben es wie die anderen im Tropenhaus lebenden Tiere mit 27 Grad kuschlig warm. Für Carmen Lötsch sind das Temperaturen, die bestimmt bei dem einen oder anderen Besucher Urlaubsfeeling aufkommen lassen.

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