Das wird wieder ein See


von Tageblatt-Redaktion

Im Hammerteich schwammen einmal Fische. Heute stehen hier Bäume. Doch das Wasser soll in ein paar Jahren zurückkehren. Foto: Mirko Kolodziej
Im Hammerteich schwammen einmal Fische. Heute stehen hier Bäume. Doch das Wasser soll in ein paar Jahren zurückkehren. Foto: Mirko Kolodziej

Man wird mit Sicherheit die Säge ansetzen müssen. Denn im früheren Hammerteich östlich von Hoyerswerda ist inzwischen eine beachtliche Schonung gewachsen. Das Gewässer ist nur aufgrund des Geländeprofils noch zu erahnen. Doch dem Wunsch, den jüngst der Hoyerswerdaer Naturfreund Heinz Engler äußerte, soll ja nachgekommen werden. „Wann wird denn wieder Wasser im Hammerteich und im Bedankteich sein“, wollte er bei einer Veranstaltung zur Entwicklung des Lausitzer Seenlandes wissen. Schließlich waren die Teiche in den 80ern im Zusammenhang mit dem Aufschluss des Tagebaus Scheibe trockengelegt worden. Alter Teich und Weißer Teich weiter nördlich verschwanden durch die Kohlebagger.

Heinz Engler wird sich noch einige Zeit gedulden müssen. Vor 2018 wird es nämlich nichts mit dem, was der Fachmann „Wiederbespannung“ nennt. Zwar ist der Scheibesee seit dem Jahreswechsel nun gefüllt, jedoch sagt Uwe Steinhuber, der Sprecher des Bergbausanierers LMBV: „Besdank- und Hammerteich werden langfristig im Zusammenhang mit dem Ableitungssystem rund um den Knappensee entstehen.“ Und der wird, wie man weiß, bis 2017 bergtechnisch saniert. Für die Gewässer weiter nördlich gibt es ein Planfeststellungsverfahren mit der Bezeichnung „Restloch D/F“. Damit ist der Graureihersee am Bergbaumuseum gemeint.

Er gehört genau so zum benannten Ableitungssystem wie der Knappenroder Spannteich, Hammer- und Besdankteich sowie diverse Kanäle, etwa der Knappenroder Museumsfließ. Und schließlich heißt es in einer LMBV-Broschüre von 2009: „Ein besonders interessantes Vorhaben ist die Herstellung einer durchgängigen Wasserwanderroute vom Scheibesee bis zur Energiefabrik Knappenrode.“ Die konkreten Planungen für das System sind LMBV-intern derzeit für 2013 und 2014 vorgesehen. Das Ganze ist allerdings aus mehreren Perspektiven zu betrachten.

So sagt Uwe Steinhuber: „Museumsfließ und der Altlauf des Schwarzen Grabens haben zusätzlich eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit den möglichen Lösungen zur Gefahrenabwehr beim Grundwasserwiederanstieg in Knappenrode.“

Aber auch Naturschutzbelange spielen eine Rolle, vor allem im Zusammenhang mit dem zum Teil trockenen Spannteich, der als Flora-Fauna-Habitat unter Schutz steht. „Uns interessiert natürlich zu allererst, welche Wassermengen in welchen Qualitäten wann zur Verfügung stehen werden“, erklärt in diesem Kontext Madlen Paul vom Landratsamt in Bautzen, das hier als Naturschutzbehörde Verantwortung trägt. So gebe es einen Managementplan, der die Erhöhung der Wasserfläche des Spannteiches vorsieht. Dazu müsse klar sein, wo welche Wassertiefen erreicht werden können. Auch hier sind wiederum Museumsfließ und Altlauf von Schwarzem Graben wichtig, diesmal also als Wasserlieferanten.

Besdankteich und Hammerteich sind demgegenüber wohl vergleichsweise einfach anzuschließen – zumal die ursprünglichen geologischen Verhältnisse sich ja nicht geändert haben. Das Gelände zwischen Knappensee und Scheibesee fällt von Süd nach Nord um gut 14 Meter ab. Doch der Bau dauert eben seine Zeit. Ein Wunder ist das nicht. Während der Betriebsdauer des Tagebaus Scheibe wurden hier immerhin 670 000 000  000 Liter Wasser gehoben sowie abgeleitet und erst 2018 wird man verlässlich sagen können, welche hydrologischen Verhältnisse sich hier nun wieder einstellen werden.

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