Das große Schieben


von Tageblatt-Redaktion

Dirk David und Birgit Tröger vom Straßenbauamt Bautzen befreiten gestern Bushaltestellen vom Schnee, so wie hier an der B96 am Gewerbegebiet Nardt.
Dirk David und Birgit Tröger vom Straßenbauamt Bautzen befreiten gestern Bushaltestellen vom Schnee, so wie hier an der B96 am Gewerbegebiet Nardt.

Wer Mittwochabend irgendwohin mit dem Auto musste, der hatte eher schlechte Karten. Der starke Wind wehte praktisch hinter den Räumfahrzeugen alles wieder zu. Zuweilen hatte man gerade auf freier Strecke Probleme, überhaupt den Straßenverlauf zu erkennen. Im Schnitt lagen gestern 22 Zentimeter Schnee.

Entsprechend viel mussten die Winterdienste in den Morgenstunden räumen. Weite Teile des oberen Lausitz-Center-Parkdecks blieben beispielsweise bis zum Nachmittag gesperrt, weil man mit dem Räumen einfach nicht hinterherkam. In Koblenz ließen sich etliche Autofahrer von Traktoren auf fahrbares Terrain ziehen. Bürgermeister Udo Witschas sprach dann auch von erheblichen Problemen angesichts der Schneemengen. „Wir haben alle Fahrzeuge im Einsatz“, sagte er. Nichtsdestotrotz ging offenbar bereits um 5.30 Uhr die erste Beschwerde über mangelnden Winterdienst ein.

Gemeckert wurde vielerorts. Bei Expert war man mit der Art und Weise des kommunalen Winterdienst im Bereich der Straße des Friedens nicht zufrieden. Natürlich hat es im Bauhof Hoyerswerda etliche wütende Anrufe gegeben. „Wir mussten uns zum Beispiel fragen lassen, was wir mit den Steuergelden machen“, sagt Bauhofchef Ulf Scholz. Der Winterdienst ist um 2 Uhr ausgerückt. Zwischen 8 und 10 Uhr sei die Lage aus seiner Sicht gut im Griff gewesen. Doch wegen Scheewehen musste beispielsweise die Flugplatzstraße zwischen Bröthen und Nardt vorübergehend gesperrt werden. Scholz zu den Schneemassen: „Bei solchem Wetter machst du es keinem recht.“

Die Busse der Verkehrsgesellschaft Schwarze Elster fuhren bis 7 Uhr pünktlich. Dann begann der Berufsverkehr, womit Verspätungen einhergingen: „Wir sind in der Kette des Verkehrs auch nur ein Glied und können nicht schneller fahren als der langsamste vor uns“, sagte Geschäftsführer Rainer Warkus. Ausfälle oder größere Störungen blieben aus.

In der Elsterheide und in Spreetal wurde ebenfalls emsig geschoben. Siegbert Bogott, Bauhofleiter der Elsterheide und Spreetals Bürgermeister Manfred Heine lobten jeweils den Einsatz der Bürger, die frühmorgens eifrig ihren Teil des Winterdienstes erfüllten.

Pro Ortsteil und im Stadtgebiet waren in Lauta gestern seit 4 Uhr zwei Bauhof-Räumfahrzeuge unterwegs. Zuerst auf den Hauptstraßen, später auch, wo möglich, in den Nebenstraßen. Garagenplätze zum Beispiel, da gab es Beschwerden, wurden aber nicht geräumt. „Da müssen sich die Besitzer selbst drum kümmern“, meinte Bauamtschef Wolfhard Persicke.

„Alles im Griff, bis auf die Schneemassen“, vermeldet der Wittichenauer Stadtinspektor Günter Hornig. Einige Straßen, so sagt er, waren tagsüber nur einspurig befahrbar. Eine größere Räumaktion wurde im Wittichenauer Zentrum gestartet. Da soll ja morgen der Weihnachtsmarkt beginnen.

Am Mittwoch um 23 Uhr hatte für zwei Mitarbeiter des Bernsdorfer Bauhofes eine 12-Stunden-Schicht begonnen. Fünf Leute stießen gestern um 3 Uhr dazu, später folgten weitere. Insgesamt ist man mit sieben Räumfahrzeugen in Zeißholz, Großgrabe, Straßgräbchen, Bernsdorf und Wiednitz unterwegs. Rund 100 Kilometer Straße sind zu beräumen, so Bauhofchef Gottfried Jurisch. „Wir geben uns die größte Mühe, können aber nicht jeden Wunsch erfüllen. Was machbar ist, machen wir.“ Dazu gehörte auch die Befreiung eines Multicar, der beim Räumdienst in den Straßengraben abgerutscht war.

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