Das Tor zum Schloss ist wieder offen


von Tageblatt-Redaktion

Das Tor zwischen Zoo und Schloss wird morgens geöffnet. Zoorundgänge können jetzt im Museum enden.
Das Tor zwischen Zoo und Schloss wird morgens geöffnet. Zoorundgänge können jetzt im Museum enden.

Manchmal beginnt der Wind der Veränderung als Lüftchen. In diesem Fall ist es ein ziemlich kaltes Lüftchen. Die TAGEBLATT-Redaktion hat angeordnet, den Stand des Zusammenwachsens von Zoo und Stadtmuseum im Schloss zu überprüfen. Die neue, gemeinsame Winteröffnungszeit beginnt jeden Tag um zehn. An der Zoo-Kasse steht ein einzelner Mann. Er will aber nur einen Luchs-Schlüsselanhänger für seinen Enkel kaufen.

Der Zoo selbst ist doppelt leergefegt. Man sieht auf den Wegen die Linien, die sorgsam mit dem Laub-rechen gezogen worden sind – ohne Fußstapfen. Wie gesagt: Es ist fast winterlich. Einzig Kollegin Christiane Klein von der Lausitzer Rundschau schlendert mit einem Interview-Partner durch den Zoo. „Na, da habt Ihr Euch aber eine tolle Zeit ausgesucht“, sagt sie zu Reporter und Fotograf vom Mitbewerber.

Stimmt schon. Aber was soll man machen? Dienst ist Dienst... An der Zookasse hatten wir ordentlich ein Ticket erworben. 3,50 Euro berechtigen einen Besucher zum Zutritt in Zoo und Museum. Das ist neu. Das Kombiticket kostete früher 50 Cent mehr. Noch ist die Eintrittskarte ein Kassenzettel auf Thermopapier. Mit zunehmender Windstärke soll sie bald aus ordentlicher Pappe sein und wird vermutlich das Schloss sowie einen Tiger zeigen. Die Zoo, Kultur und Bildung gGmbH (ZooKultur) plant jedenfalls die Anschaffung eines neuen Kassensystems.

Vorerst geht es mit dünnem Papier in der Tasche ziemlich eiligen Schrittes an den Gehegen vorbei. Gucken die Tiere etwa mitleidig? Es sieht jedenfalls ganz so aus. Sie haben schließlich ein Fell. Aber im Schloss ist es gottlob warm. Bevor man es betritt, sieht man die augenfälligste Änderung: Das Tor am der Flamingo-Brücke steht ganz weit offen. „Geplant ist, das Museum als Abschluss des spannenden Zoorundgangs zu etablieren“, heißt es in einer Mitteilung der ZooKultur. Der Rundgang war richtungsmäßig also korrekt.

Vorm Schloss steht ein Kleintransporter. Man räumt die sommerliche Garten-Ausstellung aus. Aufschrift auf dem Fahrzeug: „Zoo Hoyerswerda“. Aha. Wohl noch ein Zeichen dafür, dass aus dem Hauch eine Bö werden kann. „Das kommt so nach und nach“, hatte ZooKultur-Chefin Carmen Lötsch über die Wiederherstellung der Einheit von Zoo und Schloss gesagt. In einigen Tagen trifft sich der Aufsichtsrat ihrer neuen gGmbH zum ersten Mal. Dann wird über weitere entsprechende Schritte gesprochen.

Vermutlich geht es dabei dann auch um den etwas verwirrenden Umstand, dass man derzeit im Schloss noch Eintrittskarten kaufen kann. Ja, wie denn nun? Ja, was denn nun? Durch den Zoo zum Schloss oder nicht? Dochdoch, sagt Carmen Lötsch. Aber im Schloss soll der Ausgang in Zukunft ein gemeinsamer Zoo- und Museums-Shop für Andenkenkäufer sein. Anderenfalls könnten Cleverle ja einfach ohne Kontrolle durch den Ausgang in den Zoo stürmen. Deshalb ist für den Übergang auch die zweite Kasse offen.

Aber die freundliche Frau hinterm Tresen sagt, sie habe auch noch Verwaltungsaufgaben und zeigt auf ihren Computer. Nun, liebe Redaktion, das Test-Fazit lautet: Die spektakulärste Änderung lässt sich per Reportage leider nicht erfassen. Denn zwar sind die Öffnungszeiten im Zoo jetzt etwas kürzer, aber dafür kann man nun sonnabends und sonntags je acht Stunden ins Museum gehen – also dann, wenn auch der Werktätige Zeit hat. Bei der ZooKultur hofft man wohl, dass diese Veränderung einen Sturm bringt; einen Besucher-Ansturm.

Öffnungszeiten: Täglich von 10 bis 16 Uhr, zusätzlich im Stadtmuseum dienstags, sonnabends und sonntags bis 18 Uhr.

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