Das Parkplatzproblem wird kommen

Dienstag, 12. Juni 2012

Das Parkhaus der Sparkasse in der Fischerstraße wird per EC-Karte bedient. Es ist eher ein Insider-Parkhaus als eines, das die breite Öffentlichkeit nutzt.
Das Parkhaus der Sparkasse in der Fischerstraße wird per EC-Karte bedient. Es ist eher ein Insider-Parkhaus als eines, das die breite Öffentlichkeit nutzt

Hoyerswerdas Altstadt hat kein Parkplatzproblem. Noch nicht. Aber es kommt. Nicht heute, nicht morgen. Doch wenn alle Bebauungen, die absehbar sind, Realität werden, dann sind einige der größten Parkplätze der alten Innenstadt verschwunden. Die Autos aber bleiben.

Freilich – noch ist Luft, hört man als Gegenargument. Von den rund 50 Stellplätzen des Parkplatzes in der Senftenberger Straße wird werktags kaum die Hälfte genutzt. Und das Parkhaus der Sparkasse stehe doch seit seiner Errichtung permanent leer. Sparkassensprecherin Petra Gehlich widerspricht. Nach ihren Angaben hat das Parkhaus rund 100 Stellplätze, von denen zwei Drittel vermietet sind – das Landratsamt hat beispielsweise im Sparkassengebäude sein Hoyerswerdaer Bürgerzentrum untergebracht.

Parkhausplätze wurden angemietet. Ansonsten wird das Parkhaus wirklich wenig genutzt. Wer es noch nicht benutzt hat, tut sich schwer. Man muss schon bei der Einfahrt seine EC-Karte dabeihaben, ob nun von der Sparkasse oder einem anderen Kreditinstitut ist egal. Das Parkhaus funktioniert eben nicht nach dem Prinzip: Beleg ziehen und vor dem Verlassen bezahlen, sondern Karte einstecken und der Betrag wird vom Konto abgebucht. „Die Technik funktioniert“, sagt Petra Gehlich. Es gibt für die Sparkasse jedenfalls keinen Grund, irgendetwas zu ändern.

Für die Parkplatzplanung der Stadt fällt das Parkhaus weniger ins Gewicht als erhofft. Doch wie groß wird der Parkplatzbedarf in der inneren Altstadt wirklich werden? Noch in diesem Monat soll es in der Stadtverwaltung eine erste Runde geben, um das Thema aufzugreifen, sagt Annette Krzok, Leiterin des Hochbauamtes. Denn zum einen geht es um die Autos von Altstadtbewohnern, die ihre Fahrzeuge nicht auf den eigenen Grundstücken abstellen können. Zum anderen geht es um die Verwaltungsmitarbeiter und die Besucher der Altstadt, allen voran die Zoogäste.

Die 55 Stellplätze auf dem Schwarzen Markt reichen werktags nie aus. Am Zoo steht die gleiche Größenordnung zur Verfügung und ist ebenfalls meist gut belegt. Dass der Platz nicht permanent beparkt ist, liegt an der auf drei Stunden begrenzten Parkzeit. Die Verwaltungsmitarbeiter weichen lieber auf die zeitlich unbegrenzten Stellplätze auf der Zoowiese und vor allem an der Spremberger Straße aus. Doch gerade diese schätzungsweise 100 bis 130 Stellplätze werden nach der Bebauung des Areals wegfallen.

Dass noch in diesem Sommer 16 neue Stellplätze in der Grünstraße gebaut werden, tut da nichts zur Sache. In etwa ebenso viele Fahrzeuge stehen jetzt schon auf der noch unbefestigten Fläche. Bei der Quartiererschließung der Rosenstraße war genau das Gleiche zu beobachten. Annette Krzok denkt, dass man das einst am Neumarkt geplante Parkdeck wieder ins Gespräch bringen könnte. Es war bislang nicht weiter verfolgt worden, da es ja keinen Parkdruck gab. Doch jetzt will man es bei der Stadt genauer wissen.

Immerhin wird sich nach der Fertigstellung des Bürgerzentrums Konrad Zuse der Parkplatzbedarf ebenda erhöhen. Wenn der Zoo wie angestrebt die Zahl seiner Besucher deutlich erhöht, werden eben diese irgendwo ihre Autos abstellen wollen und müssen. In wenigen Jahren wird das Parken in der Hoyerswerdaer Altstadt daher wahrscheinlich wieder mehr kosten als das Einlegen einer Parkscheibe oder die 5 Cent pro halbe Stunde in der Senftenberger Straße.

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Kommentare zum Artikel:

Kommentar von Mike Meier |

Die Nutzung des Parhauses Sparkasse wurde ja schon angesprochen. Die Neugestaltung de Parkplatzes vor dem Zoo würde bei eine optimierung auch noch ein paar Plätze bringen. Bei der angedachten Neubebauung des Areals gegenüber vom Zoo sollte darauf geachtet werden, dass zumindest die Bewohner / Nutzer ihre Fahrzeuge auf dem eigenen Grundstück abstellen und nicht zusätzlich öffentlichen Parkraum belegen. Gleiches gilt für die Bebauung Spremberger / Grünstraße. Eventuell könnte unter dem geplante Pflegeheim auch eine Tiefgarage. Perspektivisch wird sich auch mal das Lessinggymnasium Haus 2 in der Kolpingstraße abgerissen werden. Vielleicht ließe sich dort ein temporärer Ausweichparkplatz für Großveranstaltungen einrichten. Auch eine Neuordnung der Parkfächen am Behördenpark bietet Spielraum für zusätzliche Stellflächen bei vertretbarem Aufwand.

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