Betonwand hält Deich stabil

Samstag, 16. Oktober 2010

Sven Erik Eberhardt, Projektgruppenleiter Betrieb Spree/Neiße bei der LTV (links) und André Wunderlich, Betriebsteilleiter Bau, können auf ihrer Planungskarte bald einen weiteren sanierten Deichabschnitt kennzeichnen.
Sven Erik Eberhardt, Projektgruppenleiter Betrieb Spree-Neiße bei der LTV und André Wunderlich, Betriebsteilleiter Bau, können auf ihrer Planungskarte bald einen weiteren sanierten Deichabschnitt kennzeichnen.

Eigentlich sollte er schon grün sein, der sanierte Deich linksseitig der Schwarzen Elster zwischen der Seidewinkler Brücke bei Hoyerswerda und der Brücke Bergener Straße bei Neuwiese. Seit dem Frühjahr setzt die Landestalsperrenverwaltung Sachsen (LTV) den Schutzdamm auf rund zwei Kilometern Länge instand; im August sollten die Arbeiten beendet sein.

Doch dann kam zweimal das Hochwasser dazwischen – im August und im September. Die Schäden, die das Wasser an der Baustelle hinterlassen hat, sind oberhalb der Seidewinkler Brücke gut sichtbar. Das schon neu profilierte Vorland des Deiches ist „angefressen“, wie es Sven Erik Eberhardt, Projektgruppenleiter Betrieb Spree/Neiße bei der LTV, formuliert. Das heißt, die vorher glatte Fläche ist stellenweise zerfurcht, in einer ausgespülten Mulde steht das Wasser. „Das ist ärgerlich“, sagt André Wunderlich, der Betriebsteilleiter Bau. Die Schäden seien zwar nicht gravierend, „aber das Hochwasser kostet uns doppelte Arbeit und doppeltes Geld“. Der Deich wird in diesem Jahr noch fertig, nur eben begrünt werden kann er erst im Frühjahr. „Würden wir jetzt noch Gras einsäen und das kann nicht mehr wurzeln, erfriert es“, erklärt Sven Erik Eberhardt. Deshalb werde der Deich mit Erosionsmatten abgedeckt. Sie schützen den noch unbewachsenen Boden vor Ausspülungen.

Ein Lkw der bauausführenden Bautzener Firma Baucomm lädt eine Fuhre Schotter ab. Der ist für den Deichverteidigungsweg, der derzeit neu angelegt wird und eine Decke aus bituminösem Material erhält. Vorher hatte es nur einen Feldweg gegeben. Der Weg, die Matten, die Begrünung, die Schadensbeseitigung – wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind, ist alles fertig und der HQ-100-bemessene Deich soll Schutz bieten gegen ein 100-jährliches Hochwasser. Rund 1,4 Millionen Euro kostet die Instandsetzung, finanziert durch EU-Fördermittel für regionale Entwicklung (Efre).

In den vergangenen Monaten hat die LTV den Damm mittels speziellen, schweren Geräts im Inneren mit einer 60 Zentimeter breiten Betonwand versehen, die vier bis sechs  Meter tief in die Erde hineinragt. Mixed-in-Place heißt dieses Verfahren. Alle paar Meter sind Stahlträger in die Wand eingelassen worden. „Sie wirken wie ein Gewölbe und sorgen dafür, dass die Wand steht“, erläutert Sven Erik Eberhardt. Der Deich halte demnach auch, wenn im Hochwasserfall der Sand von seiner Luftseite weggespült werde.

Bezüglich des Schutzes gebe es übrigens keinen Unterschied zu einer Spundwand. „Aber eine MIP-Wand zu bauen, geht schneller – und das Einrammen ist vergleichsweise leise.“ Trotz der hochwasserbedingten Verzögerung sind die LTV-Mitarbeiter mit dem Fortgang der Arbeiten zufrieden: „Wir liegen gut, hatten bisher an der Schwarzen Elster keinerlei Probleme.“

Im vergangenen Jahr wurde in Hoyerswerda der Deich zwischen Seidewinkler und Spremberger Brücke rechtsseitig saniert. Dass es zunächst rechts losging und nun links weitergeht, hätte mit der geplanten Radwegbrücke von Seidewinkel nach Hoyerswerda zu tun gehabt. „Die Instandsetzung auf der rechten Seite wurde forciert, um den Brückenbau voranzutreiben“, so Sven Erik Eberhardt. Die Montage der Brücke verzögert sich jedoch wie berichtet aufgrund von Lieferschwierigkeiten. Der Elsterheider Bürgermeister Dietmar Koark (CDU) geht aber davon aus, dass die Brücke Ende dieses oder Anfang nächsten Monats montiert wird. „Ein fester Termin steht noch nicht fest“, sagte er auf Anfrage.

Der Schutzwall auf der rechten Seite zwischen Straßenbrücke Seidewinkel und der Brücke Bergener Straße soll 2011 saniert sowie ein Radweg gebaut werden. Der Baubeginn hängt von der Genehmigung der Landesdirektion ab. Auch Grundstücksfragen sind zu klären.

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