Berufsfeuerwehr bleibt das Rückgrat


von Tageblatt-Redaktion

Hoyerswerdas Feuerwehr hat regionale Bedeutung. Der große Einsatzleitwagen des Landkreises ist in Hoyerswerda bei der Berufsfeuerwehr  stationiert.
Hoyerswerdas Feuerwehr hat regionale Bedeutung. Der große Einsatzleitwagen des Landkreises ist in Hoyerswerda bei der Berufsfeuerwehr stationiert.

Wofür braucht man einen Brandschutzbedarfsplan?
Kommunen sind verpflichtet, die Gefahren auf ihrem Gebiet zu analysieren und die dafür erforderliche Technik und Einsatzkräfte vorzuhalten. Denn Brandschutz ist Pflichtaufgabe. Aus dieser Analyse ergeben sich dann die Erfordernisse und Begründungen für Investitionen. Da sich einiges mit der Zeit ändert, müssen die Bedarfspläne alle paar Jahre überarbeitet werden. In Hoyerswerda ist das jetzt geschehen. Die Stadträte haben dem Plan am Dienstag zugestimmt.

Wo liegen die Gefahrenschwerpunkte?
Die Gefahrenanalyse sieht für die Stadt Hoyerswerda Probleme in der Zunahme von Ein-Personen-Haushalten und der Überalterung. Die Zahl der Wohnungsöffnungen für den Rettungsdienst ist gestiegen. Man fuhr zusätzliche Einsätze als Notarztzubringer und als Helfer beim Tragen von Patienten. Und trotz der Gebäudeabrisse hat die Zahl der Begegnungsstätten, der Sozial- und Pflegestationen in den letzten Jahren zugenommen – für die Feuerwehr kein unwesentlicher Fakt. Von dem Verkehr auf den Straßen und der Bahntrasse geht stets eine latente Gefahr aus. Waldbrände sind und bleiben ein Einsatzschwerpunkt. Die Hochwasser der letzten Jahre haben zudem gezeigt, dass die damit einhergehenden Einsätze angesichts der Prognosen wohl sogar noch zunehmen werden – bis hin zum Katastrophenschutzeinsatz.

Können die Wehren die Hilfsfristen einhalten?
Bei der Berufsfeuerwehr sackte die Quote von 96 Prozent in 2009 auf 84,6 Prozent in 2010 ab. Das wird mit personellen Problemen bei der Besetzung von Planstellen im Amt Feuerwehr begründet. Offenbar ereigneten sich aber auch mehr Einsätze an weiter entfernten Orten in den Ortsteilen als sonst. Bei den freiwilligen Wehren steht die Quote bei 58 Prozent. Das ist weniger als 2009, aber doppelt so viel wie in den Vorjahren.

Waren die freiwilligen Wehren stets einsatzbereit?
Die Quote liegt insgesamt bei 57,9 Prozent, ist aber von Wehr zu Wehr völlig unterschiedlich. Die Wehren Neustadt-Kühnicht und Michalken kamen nicht einmal auf vierzig Prozent, Knappenrode war stets einsatzbereit, Zeißig auch, wenngleich manchmal nur im Status „bedingt“. Schwarzkollm und Bröthen waren jeweils in rund 18 Prozent der Fälle nicht einsatzbereit, die Altstadt-Wehr bei vierzig Prozent. Sie wurde mit 50 Alarmierungen aber auch zu den meisten Einsätzen gerufen.

Wie soll es bei der Feuerwehr weitergehen?
An der Berufsfeuerwehr wird festgehalten. Die Zusammenlegung von Ortsfeuerwehren wird rückgängig gemacht, um die Identität mit dem Ort und damit das Interesse am Dienst in der Feuerwehr zu wahren. Das Hauptaugenmerk liegt auf der konsequenten Ausbildung der Feuerwehrleute. Um als Wehr einsatzbereit zu sein, sollen immer mehr Kameraden möglichst viel können. Sie müssen multifunktionell eingesetzt werden können. Die Ausrückeordnung der einzelnen Wehren wurde angepasst. In Ausrüstung, Fahrzeuge und Gebäude muss laut Brandschutzbedarfsplan weiter investiert werden.

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