Abbruch von 332 Wohnungen


von Tageblatt-Redaktion

Von den mehrgeschossigen Plattenbau-Wohnhäusern im WK X wird Ende des Jahres nichts mehr stehen, außer dem Würfelhaus oben.
Von den mehrgeschossigen Plattenbau-Wohnhäusern im WK X wird Ende des Jahres nichts mehr stehen, außer dem Würfelhaus oben.

Das vergangene Jahr war das erste seit über einem Jahrzehnt, in dem vergleichsweise wenige Wohnungen in Hoyerswerda abgerissen wurden. 106 Wohnungen, allesamt im WK X, wurden beseitigt. In diesem Jahr verdreifacht sich die Zahl auf 332. Ende des Jahres wird die Wohnungsgesellschaft dann seit Abrissbeginn 5 599 Wohnungen abgerissen und noch einen Bestand von 8 286 Wohnungen haben. Bei der LebensRäume-Genossenschaft sind dann in der Hoyerswerdaer Kernstadt rund 3 470 Wohnungen abgebrochen worden. Der Großvermieter zählt Ende dieses Jahres immer noch 6 910 Wohnungen im Gesamtbestand.

2013 ist das Jahr, in dem der Wohnkomplex X als solcher aufhören wird zu existieren. Die LebensRäume-Genossenschaft reißt hier bis auf das letzte Würfelhaus am Bowlingcenter ihren restlichen Wohnungsbestand ab. Betroffen sind die Gebäude der Otto-Nagel-Straße von den Hausnummern 30 bis 45 und der Block Dürer-Straße 22-26. Macht zusammen 219 Wohnungen. Die Vorbereitungen für den Abriss sollen Ende Mai beginnen. Danach gibt es außer dem Pflegeheim „Laurentiushaus“ des Diakonie-Sozialwerkes Lausitz und dem privaten Wohnraum im ehemaligen Nahversorgerkomplex nur noch die Mietwohnungen in der Otto-Nagel-Straße 1.

Die Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda hatte im vergangenen Jahr eine Abrisspause eingelegt. Dafür sind in diesem Jahr 113 Wohnungen für den Abriss vorgesehen. An der Klinikumskreuzung hat der Umbau des Mann-Straßen-Eckhauses begonnen. Der beinhaltet bis Mai den Abbruch des südlichen Gebäudeflügels, also der Aufgänge 7-13 mit 32 Wohnungen und vier Gewerbeeinheiten. Auch ein Teil des Garagenkomplexes nebenan soll weichen, wie die Wohnungsgesellschaft mitteilt.

Genau 81 Wohnungen und eine Gewerbeeinheit werden ab September in der Albert-Schweitzer-Straße verschwinden. Von der sogenannten Stadtmauer wird in einem ersten Schritt bis zum Jahresende ein Hochhaus-Segment abgerissen – die am westlichen Ende befindlichen Aufgänge 18 und 19. Dazu gehört auch der Durchgang zur Külzstraße.

Damit endet der Abriss von Wohnungen in Hoyerswerda längst nicht. Im Städtebaulichen Entwicklungskonzept gehen die Verfasser von 2 700 Wohnungen aus, die in den nächsten zwölf Jahren noch ausschließlich in der Neustadt abgerissen werden müssen – nicht einmal ein Drittel dessen, was in den letzten zwölf Jahren aus dem Stadtbild getilgt wurde.

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Kommentare zum Artikel:

Sonja Lange schrieb am

Also für mich hört sich das alles schlimm an. ich habe über 30 Jahre in Hoywoy gewohnt, bin mit Familie weg weil es keine Arbeit mehr gab, die erste Zeit als wir unsere Verwandten noch besuchten ging ja noch aber um so mehr Zeit verging umso mehr hat Hoywoy sich verändert, und nach meiner Meinung nicht zum Guten.
WK X wurde gebaut um Wohnungen zu schaffen, weil die Stadt aus den Nähten platzte, jetzt ist nichts mehr da, die Stadt redutziert die Häuser und reist ab was Sie kann und wenn ich das richtig lese, gibt es für viele keinen bezahlbaren Wohnraum mehr, was da ist wird für viel Geld saniert und für noch mehr dann vermietet. Da braucht man sich nicht wundern, das da noch immer die Leute wegziehen. Was soll ich sagen, die Stadt hat noch schöne Ecken und die Altstadt war schon immer schön, aber Hoywoy ist definitiv nicht mehr so schön wie früher.

Harald Wukasch schrieb am

Wann wird man endlich begreifen mit einem Stadtentwicklungskonzept die Stadt positiv weiter zu gestalten. Zur Zeit sieht es eher nach Abwicklung aus. Hat da nicht mal der Stadtrat beschlossen, wenn Abriss dann von Außen nach Innen ? Was aber macht die Wohnungsgesellschaft ? Mit den stückweisen Abriss der A.-Schweitzer Strasse 18 bis 28, so laut Presse und SEKO Entwurf. Besonders die Hochhäuser mit Fahrstuhl und zentraler Lage bieten günstigen Wohnraum für ältere und behinderte Bürger, aber auch ein gutes Zusammenleben mit jungen Leuten.Hier gehört eine architektische Neugestaltung her. Wann wird man auch auf die Meinung der Bürger hören ? Hier sollte bald ein Umdenken bei den Verantwortlichen (Oberbürgermeister, Stadtrat, Stadtverwaltung und Wohnungseigentümer) geschehen sonst wird Hoyerswerda bald eine Stadt der Bedeutungslösigkeit. Egal ob Altstadt oder Neustadt. Die Menschen verlassen die Stadt und als Zentrum im Lausitzer Seenland kann man sie abhaken.

Rene schrieb am

Ich bin ja eher dafür in der Altstadt Wohnblocks wegzureissen. Speziell würde ich mir die beiden querstehenden Blocks zwischen Goethe- und Kolpingstrasse wünschen diese ENDLICH verschwinden zu sehen. Ferner der längs stehende Block Luxemburgstrasse Richtung Industriegebiet Nardt. Dann wäre dieser Teil der Altstadt endlich wieder das, was er immer war, nämlich bebaut mit Eigenheimen / normalen Ein- bzw. Zweifamilienhäusern und nicht diese häßlichen Mietskasernen.

Ungi schrieb am

also ich muß herrn wukasch 100%ig recht geben... STADTENTWICKLUNGSKONZEPT... eigentlich gar kein so schwieriges wort! für die stadtoberhäupter in hoyerswerda einschließlich der beiden großen wohnungsvermieter (besonders vorzuheben hier frau faßl) wohl allerdings "böhmische dörfer".
schade schade...armes hoywoy...

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