3.100 Leute bei den FabrikFestSpielen in Knappenrode

Montag, 14. Juni 2010

In der Show AutoAuto vereinen sich Musik, brachiale Gewalt und Comedy zu einer targisch-ironischen Liebesgeschichte rund ums Auto. Am Ende wird dem Opel Kadett E mit Hämmern zu Leibe gerückt.
In der Show AutoAuto vereinen sich Musik, brachiale Gewalt und Comedy zu einer targisch-ironischen Liebesgeschichte rund ums Auto. Am Ende wird dem Opel Kadett E mit Hämmern zu Leibe gerückt.

Die Idee, ein Auto während einer Bühnenshow zu zerlegen, kann man geschmacklos finden. Es kann aber auch eine phantastische Show mit viel Rhythmus sein. Denn die Hamburger Christian von Richthofen und Rolf Claussen sind nicht nur begnadete Entertainer und Comedians, sondern auch hochmusikalisch. Ein Stück von Bach nur mit Hilfe zweier Männerstimmen intonieren? Für Richthofen und Claussen kein Problem. Feingeist trifft Rhythmus. Und die für die Show erforderliche zerstörerische Energie ist ohnehin was zutiefst Männliches. Wer es schon liebte, wie sich die Olsenbande einst durch die Oper in Kopenhagen zu klassischer Musik bohrte, hämmerte und sprengte, der kam bei „AutoAuto!“ live auf seine Kosten. Das ist ein Auftritt, den man einfach nicht vergisst.


Die „AutoAuto“-Shows folgen dabei stets dem gleichen Faden, die Wahl der Musikstücke wechselt aber hin und wieder, auch wenn am Ende Tschaikowsky steht. Ohne den geht es nicht. Richthofen und Claussen sind eben flexibel. Das trifft auch auf das erstmalige Zusammenspiel der beiden mit der ebenfalls aus Hamburg stammenden Formation „Men in Blech“ zu. Die fungierte sozusagen als Vorband, doch man schaffte es noch während der Show, zweimal zusammen zu spielen und herrlich zu improvisieren. Es war ein weiterer Beweis dafür, auf welch hochkarätigen Level sich die Künstler dieser Phantastischen Nacht in der Fabrik bewegten. Ein Erlebnis!

Am Sonntag verwandelte sich die Energiefabrik Knappenrode in einen Schwarzmarkt. Von einer Minute auf die andere fühlten sich die Besucher, die bereits kurz nach der Eröffnung des Schwarzmarktes in Scharen kamen, gedanklich in die Vergangenheit zurück versetzt. Anders als in den Vorjahren standen nicht die goldenen Zwanzigerjahre im Mittelpunkt, sondern die 50er. Dafür hatten sich der Hof sowie die Fabrik selbst in einen Schwarzmarkt verwandelt mit Händlern, Handwerkern und Gauklern.

Das Flair kam bei den Besuchern jedenfalls sehr gut an. Und auch der Auftritt des russischen Oberstleutnant alias Torsten Traue, der mit seiner Schauspielkollegin Dorothea Schubert musizierend und tanzend im Russen-Taxi unterwegs war, stieß auf Begeisterung. „Man ist hier mittendrin statt nur dabei. Überall gibt es etwas zu erleben“, lobte Roswitha Richter.

Der fünfjährige Raban aus Dresden zeigte sich hingegen fasziniert von der Arbeit des Lehmbauers Harald Freudenberg. Und so fand wohl jeder etwas auf dem weitläufigen Fabrikgelände, das ihn begeisterte.

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