100-Jahr-Feier in jugendlicher Frische

Sonntag, 17. April 2011

Der Spielmannszug brachte sich selbst und der 100-Jahr-Feuerwehr ein Staendchen dar
Der Spielmannszug brachte sich selbst und der 100-Jahr-Feuerwehr ein Staendchen dar

Von Silke Richter

Ein Ort ist immer nur so stark wie das freiwillige Engagement seiner Bürger. Bestes Beispiel dafür ist unumstritten die Gemeinde Wiednitz, die am Sonnabend gleich doppelten Grund zum Feiern hatte. Auf dem Programm standen zum einen das 60-jährige Bestehen des Spielmannszuges Wiednitz/Schwarzkollm unter Leitung von Zugführer Steffen Richter – und zum anderen das 100-jährige Jubiläum der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr. Ort des Festgeschehens war der Saal im Vereinshaus „Jägerhof“, an diesem Nachmittag ein Ort tiefer Emotionen.


Ministerpräsident zu Gast


Das spürten auch die etwa 200 anwesenden Gäste, unter denen neben Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Landrat Michael Harig auch Mitglieder der befreundeten Feuerwehr aus Heinersreuth waren. Zusammenhalt und aktive Vereinsarbeit werden in Wiednitz sehr groß geschrieben. Täglich. „Die heutigen beiden Jubiläen sind Anlass, auf die erfolgreiche Arbeit zurück zu schauen“, erklärte der Gemeindewehrleiter Falk Handschag in seiner Festrede.


Schon seit Kindesalter dabei


Der 60-Jährige weiß, wovon er spricht. Begann doch seine Tätigkeit in der freiwilligen Feuerwehr bereits im Kindesalter. Schuld im positiven Sinne war das ungebrochene Interesse für Feuer, Wasser und Technik, begleitet vom unermüdlichen Drang, etwas zu bewegen und Hilfe im Notfall leisten zu können, wie Bernsdorfs Hauptamtsleiterin (und vormals Wiednitzer Bürgermeisterin) Gabriele Witschaß in ihrer Laudatio erklärte.
Fast scheint es, als sei ehrenamtliches Engagement in Wiednitz selbstverständlich. Denn über mangelnden Nachwuchs brauchen sich die Feuerwehr und auch der Spielmannszug wahrlich keine Sorgen machen: erfolgte doch am Sonnabend neben Beförderungen und Auszeichnungen vieler Mitglieder auch die Aufnahme neuer junger Mitstreiter, die sich zukünftig gern sowohl im Spielmannszug als auch bei der Feuerwehr engagieren wollen. Was sich in Sachen Nachwuchsförderung für viele andere Vereine in der Region immer schwieriger gestaltet, ist in Wiednitz fast Selbstläufer geworden.


„Das ist hier eben so.“


Ein Geheimrezept? „Das ist hier in Wiednitz eben so. Ich kenn’ das gar nicht anders. Einer hilft dem anderen, und man macht in Vereinen mit. Macht ja auch Spaß“, erklärte Schülerin Anna, eine der Feuerwehr-„Novizinnen“.


Gold für „Klimperklaus“


Engagement, das von Klaus Franz, auch liebevoll „»Klimperklaus» aus dem Spielmannszug“ genannt, und Feuerwehrfrau Margitta Kehr schon seit vielen Jahren mit Leben erfüllt wird. Worte fanden die beiden Mitglieder bei der für sie überraschenden Ehrung (siehe unten) an jenem Tage nicht. Stattdessen wurden ein paar stumme Tränchen der Freude zerdrückt. Aber nicht lange, dann wichen sie ungetrübtem Feier-Sinn. Denn im Mittelpunkt stand neben Festreden und Würdigungen bei allen Mitgliedern das Gefühl, gebraucht zu werden und etwas Gutes zu tun. Ganz selbstverständlich. Wiednitz, eben.

 

* * *

Beförderungen und Auszeichnungen

AUSZEICHNUNGEN
Margitta Kehr
erhielt das Ehrenkreuz in Silber für 25 Jahre aktiven Dienst;
Horst Kleemann das Ehrenkreuz des Sächsischen Landesfeuerwehrverbandes;
Wehrleiter Falk Handschag die Verdienstmedaille des sächsischen Landesfeuerwehrverbandes.

BEFÖRDERUNGEN
Tom Boden
und Kristian Weitzmann wurden zum Feuerwehrmann ernannt;
Silvio Bogott zum Hauptfeuerwehrmann;
Michael Ritter zum Löschmeister.

EHRUNG SPIELLEUTE
Yvonne Kegel
und Steffen Richter erhielten den Spielleuteorden in Silber;
Klaus Patta und Klaus Kaiser den Spielleuteorden in Gold;
Klaus Franz die Goldene Lyra.

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