Zweites SubSorb-Festvial findet im Mai statt
Hoyerswerda. Am Ort, an dem 1912 der Bund Lausitzer Sorben, die Domowina, gegründet worden ist, findet auch in diesem Jahr ein Festival für moderne sorbische Kultur statt – das SubSorb II. Der KulturFabrik-Verein und die Stiftung für das sorbische Volk haben jetzt das Programm für das Wochenende 16. bis 18. Mai im Bürgerzentrum Braugasse 1 (Piwarska hasa 1) veröffentlicht.
Das Festival beginnt am Freitag mit einem Poetry Slam und der Ausstellung „Bilder verknüpfter Seelen!? / Wobrazy splećenych dušow!?“. Darauf folgt eine Erkundung des Sorbischen im Kontext von Wissenschaft und Utopien: Unter dem Titel „Z Łužicy k hwězdam“ (Von der Lausitz zu den Sternen) wird in obersorbischer Sprache das Deutsche Zentrum für Astrophysik vorgestellt und der Beweis angetreten, dass Sorbisch zukunftsfähig ist und Sprache der Weltraumforschung sein kann. Es folgt ein Konzert von Paul Geigerzähler und der sorbisch-walisischen Freundschaft. Vor dem SubSorb Festiwal spielen verschiedene Bands und Musikschaffende aus den sorbischen und walisischen Communities gemeinsam Songs ein – und präsentieren diese gleich auf dem Festival am Freitagabend.
Der Samstagnachmittag bietet Raum für Austausch und kreative Experimente: Neben einem Sprachworkshop und einer interaktiven Klangwerkstatt gibt es Performances, Filmvorführungen und sorbische Tänze. Ein weiteres Highlight ist das Hörspiel „Spuckesee“ von sorbischen Mitgliedern der Band Pisse (eine der renommiertesten deutschen Punkbands), eine poetisch-surreale Geschichte aus der Nachwendezeit in Hoywoj, begleitet von Live-Musik. Musikalische Höhepunkte sind die Konzerte der Jacke Schwarz Banda sowie von Serbska Reja, die sorbische Tanzmusik neu interpretieren und zum Mitmachen einladen.
Zum Abschluss lädt das Festival am Sonntag zu einem gemeinschaftlichen Brunch mit Blaudruck ein, denn SubSorb möchte auch eine Plattform sein, die neue AkteurInnen mit denen aus dem traditionellen Sektor verbindet und den Austausch fördert. Zudem ist es eine Gelegenheit, sorbisches Kunsthandwerk hautnah zu erleben.
Mitinitiatorin Grit Lemke sagt, das Sorbische werde zumeist verengt als nur traditionell dargestellt. Es sei aber ebenso Punk, Hiphop, Queerness und politisches Bekenntnis. (red)
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